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Bonsai Pflege

Giessen und Düngen: so pflegen Sie Ihren Bonsai

So pflegen Sie Ihren Bonsai

Bonsais benötigen für ihr Wachstum Wasser, Luft, Sonnenlicht für die Photosynthese und Nahrung in Form von Nährstoffen (Dünger). Die Grundbestandteile der Pflege für eine gute und gesunde Entwicklung Ihres Bonsais sind:

  • Ein geeignetes Substrat,
  • richtiges Giessen,
  • Reduktion von Laub, Nadeln und Wurzeln,
  • organische Düngung.

Die Grundpflege des Bonsais findet täglich statt. So wird es Ihnen zur Gewohnheit, Ihren Baum zu giessen und auf seine Gesundheit hin zu begutachten, ebenso die Untersuchung auf Schädlinge. Je nach Jahreszeit fallen zusätzlich spezifische Pflegearbeiten an.

Erde / Substrat für Bonsais

Es handelt sich bei Bonsaierde nicht um Erde im herkömmlichen Sinn, sondern um eine Mischung aus verschiedenen Substrat-Arten. Das Gemisch muss gut wasserdurchlässig und wasserspeichernd sein, ausserdem porös und körnig, um eine gute Belüftung der Wurzeln zu gewährleisten. Dem Substrat wird ein kleiner Humusanteil beigemischt, der die Aufnahme von organischem Dünger fördert.

Je nach Baumsorte werden unterschiedliche Anteile von z. B. Akadama (japanisches Lehmgranulat), Kiryu (Vulkangestein), Lavasand, Bims, Kies, oder Kanuma (Azalee-Granulat) zu einer passenden Mischung verarbeitet.

Setzen Sie im unteren Teil der Schale als Drainageschicht etwas grobkörnigeres Substrat ein, nach oben feinkörnigeres. Der beim Sieben abgesonderte Staub und Sand wird nicht verwendet.

Wenn Sie die Oberfläche mit feinem Substrat abdecken, bildet sich ohne Zutun eine Moosschicht. Sie können Moos aber auch auflegen. Besonders Sphagnum-Moos speichert die Feuchtigkeit lange und hält die Erdoberfläche feucht (Anwendung z. B nach dem Umtopfen). Für Ausstellungen werden die Oberflächen aus ästhetischen Gründen oft mit verschiedenen Moosen belegt.

Bonsai giessen und wässern

  • Hiesiges Leitungswasser können Sie ohne Weiteres für die Bewässerung von Bonsais verwenden. Stark kalkhaltiges Wasser führt jedoch zu Kalkablagerungen an den Wurzeln. 
  • Mit Regenwasser: Wenn immer möglich soll der Bonsai im Regen stehen. Sie können Regenwasser auch sammeln und zum Giessen einsetzen.
  • Destilliertes Wasser enthält keinerlei Mineralien usw. Die Verwendung lohnt sich nicht. Destilliertes Wasser kann Pflanzen sogar schaden.

So giessen Sie Ihren Bonsai:

Die Oberfläche des Substrats darf das Wasser nicht abperlen lassen, sondern muss durchlässig sein, damit der ganze Wurzelballen durchnässt wird. Schnelles Giessen mit einer Kanne ohne Brause funktioniert nicht. In der Regel wird mit einer Brause oder einem Sprühkopf angegossen und je nach Aussentemperatur und Saugfähigkeit des Substrats mehrmals nachgegossen. Besonders wirkungsvoll ist ein regelmässiges Wasserbad, z. B. in wöchentlichen Abständen. Tauchen Sie die Schale dabei in einer Kunststoffwanne oder -kiste vollständig unter Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dauernässe und Trockenheit sind für die Bäume ein unnötiger Stress. Lassen Sie das Substrat vor dem nächsten Giessen deshalb gut abtrocknen.

Bonsais richtig düngen

Für Bonsai – so klein sie sind – ist das Düngen während der Wachstumsphase elementar. Substrat enthält wenig Nährstoffe; zudem werden diese durch Regen und das regelmässige und ausgiebige Giessen ausgespült. Deshalb müssen Sie sie zuführen. Dünger sorgt für Laub-, Nadel- und Dickenwachstum, hält die Bäume gesund und weniger anfällig für Schädlinge. Bonsais Düngen muss nicht kompliziert sein: In der Regel genügen zwei bis drei Produkte. Sie benötigen auch nicht zwingend speziellen Bonsaidünger. Lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten.

Geeignete Dünger für Bonsais

Organische Dünger sind meist in fester Form erhältlich und erzielen eine Langzeitwirkung. Sie stammen in ihrer Urform vom Bauernhof, z. B. Hornspäne. Daneben gibt es auch organische Handelsdünger wie Klärschlamm oder Kompost, Meeresalgenkalk und Pflanzenextrakte. In Gartencentern finden Sie organische Langzeitdünger als Pellets, Kugeln oder Würfel, welche sich gut für Bonsais eignen. Eine Überdüngung mit organischem Dünger in fester Form ist beinahe unmöglich.

Synthetische Dünger: Chemische Düngerprodukte werden industriell und künstlich hergestellt. Sie sind in der Regel flüssig, gut wasserlöslich und wirken nur kurzzeitig. Nachteilig wirkt sich aus, dass sie durch Regen und das tägliche Giessen rasch ausgewaschen werden und bei zu hoher Dosierung oder zu kurzen Zeitabständen die Wurzeln beschädigen.

Wann düngen Sie Ihren Bonsai?

  • Im Frühjahr und Mitte Sommer: Im Frühling benötigt der Bonsai Stickstoff, Phosphor, Kalium und Spurenelemente. Legen Sie die Pellets usw. zu Beginn und in der Hälfte der Wachstumsperiode auf die Oberfläche des Substrats. Damit schaffen Sie die Versorgungsgrundlage, um Ihren Baum gesund und wüchsig zu erhalten. Für zusätzlich starkes, punktuelles Wachstum können Sie alle zwei Wochen einen höher dosierten Flüssigdünger einsetzen. Halten Sie sich an die Dosierungsangaben und verabreichen Sie den Dünger mit dem Giesswasser. 
  • Im Spätsommer und Herbst: Mit der letzten Düngergabe (Inhaltsstoffe Kalium und Magnesium) fördern Sie den Knospenansatz und die Einlagerung von nachhaltig kräftigenden Substanzen.
  • Im Winter werden Bonsais nicht gedüngt.

Bei Mangelerscheinungen helfen spezielle und dem Mangel entsprechende Substanzen wie Eisen, Bittersalz oder Magnesium. Lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten. 

Achtung auch bei kranken, frisch ausgegrabenen oder umgetopften Bonsais: Dünger ist keine Pflanzenmedizin. Wenn Sie einen angeschlagenen Baum zu früh düngen, können Sie ihm damit unter Umständen mehr schaden als nützen.

Werkzeuge und Hilfsmittel für die Bonsaipflege

Als Bonsai-Einsteigerin oder -Einsteiger genügen für viele Arbeiten die gleichen zwei, drei Werkzeuge. Mit zunehmender Pflege- und Gestaltungsarbeit benötigen Sie spezifischere Hilfsmittel und Zubehör.

Bonsai-Hilfsmittel zum Giessen und Düngen

  • Wässern: Giesskanne mit Brause, Wassersprühflasche oder 3-/5-Liter Sprüh-Behälter, Wasserschlauch mit verstellbarem und dosierbarem Sprühkopf.
  • Tauch-Gefäss: Kunststoff-Kiste zum Tauchen der ganzen Schale. 
  • Dosierungshilfe: Pipette oder Spritze zur genauen Dosierung von Flüssigdünger, Kunststoffkörbchen für Granulat, ein Setzholz für kleine Löcher (zum Füllen mit Granulat bei grossen Bonsaischalen).

Bonsai-Zubehör zum Umtopfen

  • Werkzeuge: Wurzelkralle, Wurzelschere, Flachzange, unterschiedlich dicke Holzstäbchen zum Einarbeiten des Substrats in die Wurzeln, kleine Schaufel.
  • Hilfsmittel: Sieb-Set mit verschiedenen Körnungsgrössen, Abdecknetze zum Abdecken der Wasserabflusslöcher, Draht (um den Baum in der Schale zu befestigen).
  • Substrat: Verschiedene Substratarten in unterschiedlichen Körnungen.

Quelle: www.moyogi-basel.ch