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Wie entsteht Honig?

Dass Bienen Honig machen, wissen wir alle. Aber wie entsteht der Honig eigentlich? Genau das erklären wir Ihnen in diesem Beitrag.

Nektar sammeln

Nektar resp. die darin enthaltenen Kohlenhydrate dienen den Honigbienen als wertvoller Energielieferant. Ausserdem enthält er wichtige Vitamine. Die Arbeiterinnen saugen mit ihrem Rüssel den Nektar aus den Pflanzendrüsen, den sogenannten Nektarien auf und transportieren ihn in ihrer Honigblase ins Volk. Dort angekommen, lagern sie den Nektar in einer der freien Zellen der Waben aus Bienenwachs ab. Danach fliegen sie erneut los, um weiteren Nektar zu sammeln.

Von Nektar zu Honig

Beim Einlagern in den Waben fügen die Bienen der ursprünglichen süsslichen Flüssigkeit aus den Blüten Enzyme und Aminosäuren hinzu. Dadurch verändert sich die Zusammensetzung bereits leicht. Die Enzyme wandeln den Frucht- und Traubenzucker aus dem Nektar in sogenannten invertierten Zucker um.  

Die Bienen im Stock kümmern sich weiter um den eingebrachten Nektar, indem sie diesen immer wieder in ihre Honigblase aufsaugen und weitere Enzyme und Mineralstoffe hinzuzufügen. Dies wiederholen sie, bis nach und nach Honig entsteht. 

Trocknen und versiegeln

Neben der Zusammensetzung verändern die Bienen die Flüssigkeit noch weiter. In den Blüten besteht Nektar aus rund 50 % Wasser. Würden ihn die Bienen nicht aufkonzentrieren und verdicken, würde der produzierte Honig in den Waben in kürzester Zeit zu gären beginnen. Deshalb begeben sich einige der Bienen vor das Flugloch und fächern mit ihren Flügeln die Luft aus dem Stock. So trocknen sie den Honig auf rund 18 % Wassergehalt hinunter. Sobald dieser Wert erreicht ist, verschliessen sie die Honigzellen luft- und wasserdicht mit einem speziellen Wachsdeckel. 

Weshalb produzieren die Bienen Honig und ernähren sich nicht einfach vom Nektar?

Eine Frage ist noch nicht beantwortet: Weshalb tun die Bienen das? Es wäre doch viel einfacher, direkt den Nektar zu verzehren, anstatt aufwändig Honig daraus zu produzieren. Die Antwort: Das Bienenvolk braucht den haltbaren Honig als Nahrung für Schlechtwetterperioden und um den Winter zu überstehen. Er ist für die Bienen vergleichbar mit dem Käse für uns Menschen. Auch dieser diente zu Zeiten ohne Kühlschrank der Haltbarmachung von Milch. 

Rabatte mit blühenden roten und gelben Sonnenhüten (Echinacea).

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Nehmen wir den Bienen den Honig weg?

Nein. Wenn die Imker den im Sommer eingetragenen Honig entnehmen, schwächen sie die Bienen damit nicht. Der Sommerhonig mit seinem hohen Anteil an Waldhonig ist für die Bienen schwer verdaulich. In der Folge steigt ihr Risiko, über den Winter an Darmerkrankungen zu leiden. Stattdessen stellen ihnen die Imker leichter verdaulichen Futtersirup zur Verfügung, den die Bienen genauso aufkonzentrieren. 

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    Hauert in Zusammenarbeit mit Bienen Schweiz, für bienenfreundliche Gärten.