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Wildbienen in der Schweiz

45% unserer Bienenarten sind gefährdet. Mehr über Wildbienen und was Sie zu ihrem Schutz tun können.

Beim Stichwort Biene denken die meisten von uns an das fleissige Insekt, das unseren Honig produziert. Doch neben dieser bekanntesten Art existiert ein weites Spektrum unterschiedlichster Bienenarten.

600 Wildbienenarten in der Schweiz

In der Schweiz leben über 600 Bienenarten, die, gemeinsam mit weiteren Insekten, unsere Kultur- und Nutzpflanzen bestäuben. Der Grossteil dieser Wildbienen lebt solitär: Die Weibchen bauen ihre Nester alleine und versorgen die Brutzellen ohne ihre Artgenossen. In der mitteleuropäischen Bienenfauna weisen nur wenige Bienen eine soziale Lebensweise auf: die Honigbienen, die Hummeln sowie einige Arten innerhalb der Gattung der Furchenbienen Halictus und Lasioglossum. Deshalb werdenWildbienen häufig auch als Solitär- oder Einsiedlerbienen bezeichnet.

 

Aktiver Bienenschutz ist gefragt – aber wie?

Von den etwa 600 Bienenarten sind in der Schweiz nach heutigen Schätzungen rund 45 % gefährdet. Sowohl Honig- als auch Wildbienen leiden ganzjährig unter einem knappen Blühangebot. Den Wildbienen mangelt es zudem an geeigneten Möglichkeiten zum Nisten. BienenSchweiz bietet deshalb ab 2021 ein umfangreiches Kursprogramm an. Die Teilnehmer eignen sich umfassendes Wissen über verschiedenste Themen in Zusammenhang mit Bienen und ihrem Schutz an. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Praxisbezug. Deshalb wird neben der Wissensvermittlung auch viel Wert auf die Umsetzung gelegt.

Im Rahmen der Pilotphase findet am 17. Oktober 2020 im Tierpark Goldau ein erster Einführungskurs statt. 

Weitere Informationen

Wo und wie bauen Wildbienen ihr Nest?

Etwa 70 % der Wildbienen legen ihre Nester im Boden an. Zu diesen bodenbrütenden Arten gehören beispielsweise die Sandbienen und die meisten Pelzbienen. Für den Nestbau sind sie auf besonnte, offene Böden angewiesen. Die Nester bestehen meist aus Kammern innerhalb einer Röhre, die das Weibchen nach der Begattung anlegt. 

 

Andere Wildbienenarten suchen Hohlräume in Pflanzenstängeln auf oder nagen sich ihr Nest in morsches Holz. Eine dieser Arten, die in der Schweiz nun häufiger gesehen wird, ist die Holzbiene (Xylocopa violacea), die in morschem,  feuchtem Holz nistet. Die Trennwände zwischen den Brutzellen bestehen aus einer Mischung aus Speichel und Holzspänen. Die Weibchen ernähren sich und ihre Nachkommen von Nektar und Pollen einer grossen Bandbreite verschiedener Blüten, darunter Lippenblütler, Korbblütler, Raublattgewächse und Schmetterlingsblütler. Mit bis zu 3 cm ist diese Xylocopa-Art ein Riese unter den Wildbienen.

Der Lebenszyklus von Wildbienen

Das Weibchen legt jeweils ein Ei in einer Bodenkammer ab und versorgt es mit Pollen und Nektar. Danach verschliesst es die Kammer und produziert ein nächstes Ei.

Die Eier entwickeln sich für gewöhnlich innerhalb eines Jahres zum adulten Insekt, welches danach wieder ausfliegt. Die meisten Wildbienen sind also nur während der kurzen Zeitspanne sichtbar, in der sie sich fortpflanzen. Danach sterben sie. 

Die Mehrheit der Wildbienenarten überwintert in einem schützenden Kokon. Nur ein kleiner Teil verbringt den Winter als fertig entwickeltes Insekt innerhalb der Brutröhre. In den gängigen Bienenhotels aus Bambusröhrchen finden sich solche Brutröhren jedoch selten. Entgegen der häufigen Annahme leisten Bienenhotels deshalb nur einen geringen Beitrag zur Wildbienenförderung.

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    Hauert in Zusammenarbeit mit Bienen Schweiz, für bienenfreundliche Gärten.