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Straussgras / Agrostis stolonifera / Agrostis capillaris

Weisses und rotes Straussgras (Agrostis stolonifera/capillaris): Erscheinung, Verwendung, Bekämpfung

Flechtstraussgras (Agrostis stolonifera): Merkmale

Das Flechtstraussgras, auch weisses Straussgras genannt, ist ein helles Gras, das oberirdische Ausläufer bildet. Die schmalen lanzettlichen Blätter weisen meist einen gräulichen Stich auf. Das jüngste Blatt ist gerollt, das Blatthäutchen ist lang und weiss. Das weisse Straussgras gehört zu den schnittverträglichsten Arten und wird aus diesem Grund häufig auf den tief gemähten Golfgreens eingesetzt. Es ist jedoch sehr anfällig auf Trockenheit und Krankheiten. Durch die oberirdischen Ausläufer bildet es sofort viel Filz. In Rasenflächen ist das weisse Straussgras sehr konkurrenzfähig und breitet sich fleckenförmig aus.  Agrostis stolonifera benötigt eine stetige Versorgung mit Wasser und ausreichend Nährstoffe. Die Keimung benötigt 11–19 Tage. In der natürlichen Umgebung wächst es an frischen bis feuchten Standorten, beispielsweise entlang von Bächen und Ufern.

Rotes Straussgras (Agrostis capillaris): Merkmale

Agrostis capillaris ist ein helles Gras mit einem gräulichen Stich. Die Blätter sind gerieft, das jüngste Blatt ist gerollt. Das Erscheinungsbild ähnelt demjenigen des Flechtstraussgrases. Agrostis capillaris bildet jedoch hauptsächlich unterirdische Ausläufer. 

Auch die meisten Agrostis capillaris-Arten eignen sich für den Tiefschnittrasen. Gegenüber Krankheiten ist auch das rote Straussgras anfällig, jedoch etwas weniger als Agrostis stolonifera. Auch das rote Straussgras bildet viel Filz. Es kommt in unseren Breitengraden häufig vor, insbesondere an mässig frischen und mässig nährstoffreichen Standorten.

 

Verwendung insbesondere für Golfrasen

Durch seine hohe Schnittverträglichkeit eignet sich Straussgras ideal für tief gemähte Rasenflächen. Sowohl Agrostis stolonifera als auch Agrostis capillaris haben ihre Hauptverwendung deshalb im Golf-Tiefschnittrasen mit einer Schnitthöhe von 3 bis 5 mm. Manche Sorten werden auch im Landschaftsrasen eingesetzt.

 

Straussgräser zählen zu den teuersten Rasensamen, da sie sehr fein sind. Das Tausendkorngewicht liegt bei ungefähr 0,05–0,08 g.

Häufige Probleme mit Straussgras

Früher oft in Haus- und Zierrasen verwendet, findet man Straussgras heute praktisch in keiner Hausrasenmischung mehr. Auf älteren Rasenflächen ist es jedoch noch anzutreffen. Da Straussgräser in der freien Natur vorkommen, können sie auch von aussen in einen Rasen einwandern.

In normal gemähten Rasenflächen breitet sich Agrostis fleckig aus. Meist fällt es durch seine unterschiedliche Blattfarbe oder Blattstruktur auf. Beim Darauftreten fühlen sich die Flecken wie weiches Moos an. Straussgras erträgt regelmässige Belastung nicht. Daher tritt es auf stark genutzten Flächen praktisch nicht auf. Bei Hitze und Trockenheit wird es schnell braun. Auch sonst ist es oft kränklich. Das Flechtstraussgrass bildet zudem oberirdische Ausläufer, die über den Boden kriechen und sich abheben lassen.

Straussgras im Rasen bekämpfen

Die Bekämpfung von Agrostis im Rasen ist schwierig, da Sie aufgrund der nahen Verwandtschaft mit den üblichen Rasengräsern kein selektives Herbizid verwenden können. Am besten kommen Sie dem Straussgras bei, indem Sie in einem stetigen Prozess fortlaufend: 

  • Die ober- und unterirdischen Pflanzenteile ausreissen und neu ansäen oder
  • Regelmässig vertikutieren und nachsäen. Beide Prozesse ziehen sich oft über mehrere Jahre. 

Eine gezielte Bekämpfung mit einem Totalherbizid ist möglich. Dies muss jedoch fleckenweise geschehen. Die anderen Gräser dürfen nicht mit dem Totalherbizid in Kontakt kommen, da sie sonst ebenfalls abgetötet werden. Decken Sie den übrigen Rasen daher gut ab. Sobald das Gras abgestorben ist, räumen Sie den alten Bestand ab, füllen mit etwas Rasenerde nach und säen neu an.

Bei einer starken Ausbreitung des Straussgrases empfehlen wir Ihnen, den Rasen neu anzulegen.