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Temperatursumme bei Rasen

Die Rasensaison startet in der Regel mit der ersten Düngung oder dem Striegeln als erste Pflegemassnahme. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen?

Eine Düngung weit vor Vegetationsbeginn hat negative Folgen in Bezug auf die Effizienz des eingesetzten Düngers. Bei fehlender oder nur geringer Nährstoffaufnahme kommt es bei Niederschlägen zu Verlagerungen der Nährstoffe in tiefere Bodenschichten, wodurch diese nicht mehr für die Pflanzen verfügbar sind und ausgewaschen werden können. Dies gilt besonders für durchlässige Böden.

Ein festes Datum kann hierfür jedoch nicht genannt werden, hängt die Vegetationsentwicklung der Rasengräser schliesslich von diversen Faktoren ab, die je nach Standort deutlich variieren können. Dies sind unter anderem die zur Verfügung stehende Feuchtigkeit oder der Temperaturverlauf.


Meteorologisch wird der Frühlingsanfang auf den 1. März festgelegt. Doch Zeigerpflanzen sind ein besserer Indikator und deuten mit ihrer Blüte auf die aktuelle Vegetationsentwicklung im Jahr hin. Im phänologischen Kalender werden die Jahreszeiten daher nicht auf den Tag genau festgelegt, sondern sind abhängig von den, Jahr für Jahr zu unterschiedlichen Terminen einsetzenden, Entwicklungen in der Natur. Der Vorfrühling beginnt mit der Blüte der Hasel und Schneeglöckchen. Der Erstfrühling mit der Blüte der Forsythie und der Schlehe.

 

 

Und was bedeutet bedeutet das für die Entwicklung des Rasen im Frühjahr? Ein wichtiger Indikator für die Aufnahmebereitschaft von Nährstoffen durch die Gräserwurzeln und das Wachstum der Blatttriebe im Frühjahr ist der Temperaturreiz. Zur Bestimmung des Vegetationsbeginns der Gräser im Frühjahr hat sich daher die Grünland-Temperatursumme etabliert.
Die Grünland-Temperatursumme  gibt theoretisch/rechnerisch an, ab welchem Zeitpunkt das Wachstum der Gräsern einsetzt. Sie kann über eine einfache Formel für jeden Standort ermittelt werden. Ab einem Wert von 150 bis 200 ist der Grenzwert erreicht, ab dem ein nachhaltiges Wachstum bei Rasengräsern beginnt. Auch die Stickstoffaufnahme durch die Gräser ist ab diesem Zeitraum gewährleistet, sodass die Frühjahrsdüngung jetzt ohne Verluste ausgebracht werden kann.

Rasenversuchsfeld in Grossaffoltern. Orange abgesteckte Abschnitte, die zeigen, wo Düngung und Bodenaufbau wechseln.

Rasen biologisch düngen

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Der Wert ist nicht als starres Modell zu betrachten. Vielmehr dient es als Unterstützung bei der Planung von Pflegemassnahmen. Die örtlichen Bedingungen sind nach guter fachlicher Praxis und Erfahrung ebenso zu berücksichtigen.

Wie wird Sie berechnet?
Ab 1. Januar werden täglich die positiven mittleren Tagestemperaturen ermittelt und addiert.
Im Januar und Februar werden diese Werte zusätzlich noch korrigiert (Januar mit Faktor 0,5 und Februar mit Faktor 0.75 multipliziert). Ab März gilt der volle Tageswert.
Ist regional die Summe von 200 überschritten, ist die nötige Temperatursumme erreicht. Je nach Lage der Rasenfläche kann das Wachstum schon früher (ab 150) einsetzen.